EMS in Schweden – Zehn Fabriken kontrollieren die Hälfte des Marktes

Dennis Dahlgren
Übersetzt von: Jessica Hohn

57,5 Prozent. Das ist der Anteil des gesamten schwedischen EMS-Marktes, der von nur zehn einzelnen Produktionsstandorten gehalten wird. Nicht zehn Unternehmen – zehn Fabriken.

Von insgesamt 77 reinen EMS-Anbietern, die 2024 zusammen einen Umsatz von 13,6 Milliarden SEK erwirtschafteten, entfällt mehr als die Hälfte des Marktvolumens auf nur wenige Produktionsstätten. Genau dort beginnt laut Evertiq die Analyse der schwedischen Elektronikfertigung – nicht bei der Frage, wer der größte Anbieter ist, sondern wie die tatsächliche Struktur des Marktes aussieht.

Warum basiert die Analyse auf 2024 und nicht auf 2025? Ein erheblicher Teil der schwedischen Unternehmen hat seine Jahresabschlüsse für 2025 bislang noch nicht veröffentlicht. Die präsentierten Zahlen basieren daher auf vollständigen Daten aller 77 erfassten Betreiber für das Jahr 2024.

Aufbau der Datenbank

Das letztjährige Ranking der 15 größten EMS-Unternehmen Schwedens basierte bereits auf Geschäftsberichten und Branchendaten. Für die aktuelle Untersuchung wurde dieser Ansatz systematischer erweitert.

Ausgehend von schwedischen SNI-Klassifikationen für PCBA, Elektronikfertigung und EMS-Dienstleistungen analysierte Evertiq Hunderte registrierte Unternehmen einzeln – inklusive Webseiten, Geschäftsberichten, Handelsregisterdaten und Nachrichtenarchiven. Entscheidend war unter anderem die Frage, ob ein Unternehmen tatsächlich über eigene SMT-/PCBA-Kapazitäten verfügt und externe Kunden bedient.

Nach Abschluss der Analyse blieben 77 eigenständige Rechtseinheiten übrig. Ausgeschlossen wurden OEMs, ODMs mit eigener Produktentwicklung, captive Produktionsstandorte für einzelne Mutterkonzerne, Unternehmen ohne eigene SMT-Fertigung sowie Firmen, die ihren Betrieb eingestellt hatten oder übernommen wurden.

So wurde beispielsweise Aros Electronics mit einem Umsatz von 661 Millionen SEK im Jahr 2024 als ODM klassifiziert und daher nicht berücksichtigt. Auch Allelektronik in Hultsfred wurde ausgeschlossen, nachdem der Standort vollständig in Regin integriert wurde.

Ein Markt mit steiler Pyramide

Die Umsatzverteilung der 77 Unternehmen zeigt laut Evertiq keine gleichmäßige Marktstruktur, sondern einen starken Konzentrationseffekt.

Drei einzelne Fabriken überschritten 2024 jeweils die Umsatzmarke von einer Milliarde SEK:

  • Kitrons Werk in Jönköping mit 1,18 Milliarden SEK
  • Scanfils Werk in Åtvidaberg mit 1,04 Milliarden SEK
  • GPV in Västerås mit 1,06 Milliarden SEK

Hinzu kommt Note in Torsby mit 985 Millionen SEK Umsatz – ein einzelner Standort in einer kleinen Gemeinde in Värmland.

Unterhalb der Milliardenmarke folgt ein stabiler Mittelbau: Sieben weitere Fabriken erzielten Umsätze zwischen 500 Millionen und einer Milliarde SEK. Zusammen repräsentieren diese zehn Produktionsstätten 57,5 Prozent des gesamten schwedischen EMS-Marktes.

Darunter befinden sich 18 Unternehmen mit Umsätzen zwischen 100 und 500 Millionen SEK, die zusammen 31,4 Prozent des Marktes ausmachen. Viele dieser Anbieter sind unabhängige Unternehmen mit jahrzehntelanger Marktpräsenz und klarer Spezialisierung.

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22. Mai 2026

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